Modul –
Fachkräftewohlbefinden
Die tägliche Arbeit in Kita und Schule kann pädagogische Fachkräfte stark beanspruchen. Stressbelastungen im Beruf, und wenig Möglichkeit, sich davon zu erholen, können über einen längeren Zeitraum die beruflichen und persönlichen Leistungsfähigkeit einschränken und sogar zu gesundheitlichen Problemen führen.
Dieses Modul hat zum Ziel, arbeitsbedingte Stressfaktoren zu identifizieren und Optionen zu kennen, sie zu reduzieren. Zuerst konzentrieren wir uns auf die Faktoren eines sicheren Arbeitsumfelds und wir diese positiv beeinflussen können. Danach geht es um unsere inneren Antreiber, wie diese zu Stress führen und wie wir ihnen entgegenwirken können
Der letzte Teil des Moduls hat den Fokus auf Zeitmanagement, denn Zeit ist eine kostbare Ressource in der pädagogischen Praxis.
Auch in diesem Modul werden schriftliche Reflexionsaufgaben auf Sie zukommen.
➡️ Gehen Sie bitte zum 2. Lernabschnitt "Healing Classrooms – Faktoren eines sicheren Arbeitsumfelds" im Menü auf der rechten Seite.
Lassen Sie uns gemeinsam starten! Schauen wir erst einmal auf unser Arbeitsumfeld und die damit einhergehenden Schutzfaktoren des Healing Classrooms Ansatzes.
Was hat dieser mit unserer Resilienz im Arbeitsalltag zu tun?
Scrollen Sie auf dieser Seite nach unten, dann sehen Sie eine Grafik, die den Healing Classrooms Ansatz zeigt. Klicken Sie auf die einzelnen Grenzsteine, um mehr zu erfahren!


Kontrollüberzeugung stärken
Wir sprechen von Kontrollüberzeugung, wenn Verlässlichkeit und eine gewisse Vorhersehbarkeit das Sicherheitsgefühl und Vertrauen der Kinder und Jugendlichen steigern. Nicht weniger bedeutsam ist es aber auch für die erwachsenen Bezugspersonen zu wissen, was sie in ihrem pädagogischen Alltag erwartet. Vorhersehbare Bedingungen können einerseits eigenständig geschaffen werden, indem beispielsweise Lern- oder Trainingseinheiten gut strukturiert und systematisch geplant werden. Persönliche Rituale, wie die bewusste Gestaltung der eigenen Pausen, können ebenfalls hilfreich sein. Darüber hinaus muss jedoch auch die Leitungsebene dazu beitragen, dass sich pädagogische Fachkräfte in ihrer Umgebung wohlfühlen, indem Erwartungen transparent kommuniziert und Aufgaben frühzeitig und klar verteilt werden. Auch Routinen, wie fest terminierte Teamsitzungen oder Rituale bei besonderen Anlässen, geben einem Kollegium Sicherheit.

Zugehörigkeitsgefühl schaffen
Zugehörigkeit zu einer Gruppe entsteht dann, wenn Kinder eingebunden sind, gesehen und wertgeschätzt werden. Dieser Schutzfaktor kann dabei helfen, wieder neues Vertrauen zu fassen und Hoffnung in die Zukunft zu entwickeln.
Kinder können sagen: „Ich kann mich einbringen, so wie ich bin.“

Selbstwertgefühl
Das Selbstwertgefühl spielt eine zentrale Rolle bei der Bewältigung von Belastungen am Arbeitsplatz. Menschen mit einem ausgeprägten Selbstwertgefühl, erleben Stress weniger intensiv und glauben daran, Probleme lösen und Ziele erreichen zu können. Sie betrachten Herausforderungen eher als Chance und sind in der Lage, konstruktiv mit den eignen Fehlern umzugehen und aus ihnen zu lernen. Darüber hinaus können sie ihre Arbeitsbeziehungen stärken, indem sie ihre Bedürfnisse klar kommunizieren.

Positiven Beziehungen
Eine große Rolle im Hinblick auf die Bewältigung von Belastungen spielen auch die Positiven Beziehungen zu unseren Mitmenschen, denn sie vermitteln uns das Gefühl, geschätzt und gehört zu werden sowie Unterstützung zu erfahren. Die Möglichkeit, Bedürfnisse und Wünsche offen äußern zu können, Empathie und gegenseitiger Respekt sowie die Wertschätzung durch Vorgesetzte und Kolleg*innen sind grundlegend dafür, dass pädagogische Fachkräfte auch in schwierigen Zeiten Freude bei ihren Tätigkeiten empfinden. Auch wenn nicht leicht in konfliktbehafteten Situationen, so kann es hier besonders wertvoll sein, als positives Beispiel voranzugehen.

Intellektuelle Anregung
Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz wird auch durch eine Intellektuelle Anregung gefördert. Diese steht für eine stimulierende Umgebung, abwechslungsreiche Aktivitäten und das Gefühl, die eigene Zeit sinnvoll einzusetzen. Voraussetzung dafür sind Räume, die offen sind für Kreativität sowie Zeit, die verfügbar gemacht wird, um jenseits von Lern-, Förder- und Trainingsplänen den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden. Auch die Möglichkeiten sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln, beispielsweise im Rahmen von Fortbildungen oder Supervisionen spielen hierbei eine Rolle.
Achtsamkeit
Achtsamkeit bedeutet, das Bewusstsein und die Konzentration auf den gegenwärtigen Augenblick zu lenken. Ziel ist es, den gegenwärtigen Augenblick zu akzeptieren und gleichzeitig offen zu sein für das, was in uns und um uns herum passiert. Wir lernen durch Achtsamkeit, Angst und Stress zu reduzieren, haben insgesamt eine höhere Frustrationstoleranz und können belastende Situationen mittels Ausdauer und Zuversicht besser überstehen.
Achtsamkeitsübungen können durch ihre kurze Dauer einfach in den Alltag integriert werden.
Die Aufgliederung des Modells können wir wie folgt verstehen:
Ein wesentlicher Aspekt des Healing-Classrooms-Ansatzes sind die fünf Schutzfaktoren Kontrollüberzeugung, Positive Beziehungen, Intellektuelle Anregung, Zugehörigkeitsgefühl und Selbstwertgefühl. Ihre gezielte Stärkung trägt dazu bei, dass für Kinder und Jugendliche eine sichere und Resilienz fördernde Lernumgebung geschaffen wird, in der sie Belastungen bewältigen und ihr Potential entfalten können. Doch welche Rolle spielen diese Faktoren, um neben sicheren Lernorten auch sichere Arbeitsorte für pädagogische Fachkräfte zu schaffen? Da pädagogische Fachkräfte täglich viel Energie und Einsatz zeigen, brauchen auch sie einen Raum, in dem sie die Herausforderungen meistern, ihre Freude am Beruf bewahren und sich weiterentwickeln können.
➡️ Gehen Sie bitte zum 3. Lernabschnitt "Schutzfaktoren im Arbeitsalltag" im Menü auf der rechten Seite.
Schutzfaktoren im Arbeitsalltag
Im letzten Kapitel haben wir uns mit den Healing Classrooms Schutzfaktoren für ein sicheres Lernumfeld und deren Bedeutung für das Wohlbefinden von Fachkräften auseinandergesetzt. Nun geht es um Ihren Arbeitsalltag!
Dafür habe ich Reflexionsübungen dabei, mit denen Sie - mithilfe der Schutzfaktoren - die Situation an Ihrem Arbeitsplatz reflektieren können. Mit einem Klick auf das Plus-Symbol können Sie die Reflexionsfrage zum jeweiligen Schutzfaktor einsehen.
Halten Sie bitte Stift und Papier bereit, um sich während der Übung Notizen zu machen.
Zugehörigkeitsgefühl
Ein Gefühl der Zugehörigkeit an Ihrem Arbeitsplatz verleiht Ihnen das Gefühl, dass Ihnen ein unterstützendes Netzwerk zur Verfügung steht und sie fester Bestandteil der Schul- bzw. Kitagemeinschaft sind. Das kann das individuelle Wohlbefinden steigern. Dies kann ebenfalls einen positiven Effekt auf das Selbstwertgefühl und Ihre Motivationsbereitschaft haben.

Überlegen Sie einmal selbst:
Wie wird an meinem Arbeitsplatz dazu beigetragen, dass sich alle Mitarbeitenden als Teil einer Gemeinschaft fühlen?
Welches Mitbestimmungsrecht haben Mitarbeitende bei wichtigen Entscheidungen?
Finden regelmäßige Teambuilding Aktivitäten statt?
Kontrollüberzeugung
Kontrollüberzeugung gibt Ihnen ein Gefühl der Stabilität und Verlässlichkeit. Sie haben das Gefühl, dass Ihr Tag vorhersehbar ist und wissen und verstehen, was sie erwarten können und was von Ihnen erwartet wird. Um Kontrollüberzeugung aktiv zu fördern, helfen vorhersehbare Bedingungen wie wiederkehrende Abläufe, transparente Tagesstruktur u.Ä.

Überlegen Sie einmal selbst:
Welche konkreten Routinen und Rituale setzen Sie in Ihrer Praxis um? Inwieweit dienen diese Ihrem Wohlbefinden? Gibt es vielleicht auch Routinen in Ihrem Alltag, die Ihr Wohlbefinden nicht steigern?
Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie Routinen, Abläufe usw. einführen?
Welche Schwierigkeiten gibt es beim Einführen bzw. Beibehalten von Ritualen?
Selbstwertgefühl
Durch ein positives Selbstwertgefühl können Sie sich als wertvoll erkennen und positiv in die Zukunft blicken. Sie empfinden Stolz auf sich und Ihre Fähigkeiten sowie Zuversicht, zu einer positiven Zukunft beitragen zu können. Sie entwickeln Selbstvertrauen und sind überzeugt, Ihre Ziele zu erreichen oder Einfluss auf Ereignisse in Ihrem Leben ausüben zu können.
Andere Menschen können positiv zu ihrem Selbstwert beitragen.

Überlegen Sie einmal selbst:
Was tun Sie, um Ihr Selbstwertgefühl zu stärken?
Wie beurteilen Sie sich selbst?
Was bleibt Ihnen in Erinnerung: Gutes oder Schlechtes?
Wie bereiten sie sich innerlich auf etwas vor - reden Sie sich dabei gut zu oder denken Sie eher an das, was schief gehen könnte?
Welche Ihrer Fähigkeiten helfen Ihnen, Stress aktiv zu bewältigen?
Positive Beziehungen
Wenn Sie positive Beziehungen zu anderen Fachkräften aufbauen, haben sie das Gefühl, dass sie geschätzt und gehört werden und erfahren Fürsorge, Anerkennung und emotionale Unterstützung. Sie entwickeln Vertrauen und Selbstwertgefühl sowie Kommunikationsfähigkeiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass positive Beziehungen von folgenden Merkmalen geprägt sind:
- Vertrauen
- Geborgenheit (Sicherheit & Wohlbefinden)
- Kontinuität

Überlegen Sie einmal selbst:
Welche positiven Beziehungen pflegen Sie zu anderen Menschen?
Was macht diese Beziehungen aus und was tun Sie dafür, um sie zu erhalten?
Welche (positiven) Beziehungen haben Sie zu anderen Personen an Ihrem Arbeitsplatz?
Wie viel Zeit investieren Sie, um diese zu pflegen?
Intellektuelle Anregung
Weiterbildungen und das regelmäßige Erneuern von Wissen führen dazu, dass sich Fachkräfte fachlich wohlfühlen. Außerdem kann es helfen, fachliche Inhalte über neue Wege und Methoden zu vermitteln. So bleiben bereits bekannte Themen weiter spannend. Wenn wir Neues ausprobieren, kann das anfangs mehr Aufwand bedeuten. Letztlich führt es dazu, dass unser Wohlbefinden durch die Ausschüttung verschiedener wie Dopamin, Serotonin, Oxytocin gesteigert wird.

Überlegen Sie einmal selbst:
Wie oft probieren Sie neue Dinge in ihrer pädagogischen Praxis aus?
Frischen Sie Ihr Wissen regelmäßig auf?
Wie abwechslungsreich gestalten Sie Ihre Lerneinheiten?
➡️ Gehen Sie bitte zum 4. Lernabschnitt "Innere - und Äußere Ressourcen" im Menü auf der rechten Seite.
Wir sehen also, dass wir einen großen Einfluss auf unser Arbeitsumfeld haben können. Diese Faktoren sind dabei nicht streng voneinander abgegrenzt, sondern beeinflussen sich gegenseitig. Wenn pädagogische Fachkräfte regelmäßig wertschätzende Rückmeldungen erhalten, kann dies zum Beispiel ihr Selbstwertgefühl steigern.
Dennoch gibt es externe Faktoren, wie den Fachkräftemangel, ungünstige Räumlichkeiten oder wenig empathische Leitungs- und Führungskräfte, die wir nicht unter Kontrolle haben.
Klicken Sie auf das Plus-Symbol, um den Definitionsvorschlag für Gesundheit von Klaus Hurrelmann anzusehen.
Nach einem aktuellen Definitionsvorschlag von Klaus Hurrelmann ist Gesundheit jedoch ein:
„Zustand des Wohlbefindens einer Person, der gegeben ist, wenn diese Person sich psychisch und sozial in Einklang mit den Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den jeweils gegebenen äußeren Lebensbedingungen befindet. Gesundheit ist nach diesem Verständnis ein angenehmes und durchaus nicht selbstverständliches Gleichgewichtsstadium von Risiko- und Schutzfaktoren, das zu jedem lebensgeschichtlichen Zeitpunkt immer erneut in Frage gestellt ist.“ (Zit. nach Goldfriedrich & Hurrelmann (2021, S. 15f.))
Diese Faktoren sind also Risikofaktoren, die dann kleiner werden, wenn wir den Schutzfaktoren aus der vorangegangenen Übung mehr Zuwendung schenken.
In diesem Zusammenhang habe ich folgende Grafik für Sie, die das eben genannte nochmal kurz zusammenfasst. Wir unterscheiden dabei zwischen personenbezogenen (inneren) und organisationsbezogenen (äußeren) Ressourcen. Scrollen Sie nach unten, um die Grafik zu sehen.
Personenbezogene (innere) Ressourcen
- Selbstwirksamkeitserwartung,
- Empfinden von Sinnhaftigkeit der Arbeit,
- Optimismus,
- Selbstwertgefühl und
- Bewältigungsstrategien in Krisensituationen.
Organisationsbezogene (äußere) Ressourcen
- kollegiale Beratungsmöglichkeiten,
- positives Arbeitsklima,
- Feedback- und Beschwerdekultur,
- Grad der Eigenverantwortung und
- organisatorische Rahmenbedingungen wie der Betreuungsschlüssel.
➡️ Gehen Sie bitte zum 5. Lernabschnitt "Selbstreflexion Teil 1" im Menü auf der rechten Seite.
Wichtig ist, dass wir auch Einfluss auf die organisationsbezogenen Ressourcen haben. Hierzu führen wir ein Gedankenspiel durch:
Denken Sie an die pädagogische Einrichtung, in der Sie tätig sind.
Reflektieren Sie:
- die Abläufe und Strukturen
- Ihre Zusammenarbeit mit der Leitung, den Kolleg*innen und Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen
- Ihre Einrichtung in Ihrer Umgebung. Das heißt: der Sozialraum (Kommune/im Quartier, ihr Kontakt zu den Familien der Kinder sowie Kooperationspartner*innen vor Ort und andere).
Schauen Sie dies durch „zwei verschiedene Brillen“ an:
Klicken Sie auf die Symbole, um die Aufgaben zur Reflexion zu sehen. Wir empfehlen, während der Reflexion Notizen zu machen.
Nutzen Sie Ihre Fantasie! Sie können zu den Fragen auch eine Skizze anfertigen, ein Bild malen oder eine Collage mit Zeitschriftenbildern und -überschriften erstellen.

Setzen Sie zunächst die kritische Brille auf und notieren Sie sich, was Sie auf der Ebene des Betriebes und in der sozialräumlichen Einbettung der Einrichtung als kritisch wahrnehmen: All das, was – im weitesten Sinne – auch einen negativen Einfluss auf Ihre Gesundheit hat.

Setzen Sie sich nun die positive Brille auf und versuchen Sie, Ihre kritische Bestandserhebung durch eine Utopie zu ersetzen: In einer idealen Welt – wie würden Sie die Einrichtung, in der Sie tätig sind, reformieren? Was würden Sie ggf. in der sozialräumlichen Einbettung verändern, wenn Sie könnten?
➡️ Gehen Sie bitte zum 5. Lernabschnitt "Selbstreflexion Teil 2" im Menü auf der rechten Seite.
In diesem Schritt gehen wir dazu über, unsere Ideen in die Realität zu übertragen:
Klicken Sie auf die Symbole, um die Reflexionsübung zu sehen.

Wählen Sie zunächst zwei bis drei Aspekte aus, die sich negativ auf Ihre persönliche Gesundheit bzw. die Gesundheit im Setting Ihrer Einrichtung auswirken.

Formulieren Sie mithilfe der positiven Brille für jeden dieser drei Aspekte einen realitätsnahen Handlungsschritt, der Sie näher an die von Ihnen entwickelte Utopie bringt: Was genau müsste geschehen, die negativen Aspekte in positive Handlungen zu verändern? Welche Möglichkeiten sehen Sie, potenzielle Belastungen aufzufangen bzw. zu mindern?

Werden Sie aktiv: Nutzen Sie Ihre Reflexion als Input für eine Rückkopplung im Team bzw. mit der Einrichtungsleitung!
➡️ Gehen Sie bitte zum 7. Lernabschnitt "Weiterführende Ideen" im Menü auf der rechten Seite.
Nun haben wir gelernt, wie wir unser Arbeitsumfeld positiv mitgestalten können. Folgende zusätzlichen Ressourcen zur Gesundheits- und Resilienzförderung in pädagogischen Einrichtungen können Ihnen dabei helfen:
- das Rahmenkonzept „stark.stärker.Wir“ des Kultusministeriums Baden-Württemberg
- das niedersächsische Projekt „Bewegte Schule“
- das Landesprogramm „Bildung und Gesundheit“ NRW
Im nächsten Schritt legen wir den Fokus stärker auf die inneren Ressourcen und schauen uns unsere inneren Stressantreiber.
➡️ Gehen Sie bitte zum 8. Lernabschnitt "Interne Anforderungen und Stressantreiber" im Menü auf der rechten Seite.
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Stress
Stress ist eine natürliche körperliche Reaktion auf Herausforderungen, die unser Körper als Bedrohung wahrnimmt. Diese Reaktion führt dazu, dass Hormone (wie Adrenalin und Cortisol) freigesetzt werden Diese erhöhen unseren Puls und Blutdruck, die Muskeln werden anspannen, Energie wird freigesetzt und unsere Aufmerksamkeit wird geschärft. Kurzfristig kann Stress hilfreich sein, indem er uns dabei hilft, mit potenziell gefährlichen Situationen umzugehen. Langfristiger, toxischer Stress kann jedoch das Wohlbefinden beeinträchtigen und körperliche Krankheiten begünstigen.
Stressoren
Stressoren sind Ereignisse oder Umstände, die Stress verursachen können. Wir unterscheiden zwischen externen und internen Stressoren. Die Externen kommen von außen, wie z.B. Arbeitsdruck, Konflikte im Kollegium, Lärmbelästigung, Armut und Geldsorgen oder Sorgen um erkrankte Familienangehörige. Die internen Stressoren sind häufig Gedanken oder Gefühle, die Stress verursachen. Dazu gehören auch negative Gedanken oder Anforderungen an sich selbst.
Interne Anforderungen
Interne Anforderungen sind Anforderungen, die wir an uns selbst stellen und an denen wir uns messen. Dazu gehören die eigenen Bedürfnisse, Ziele, Werte, Normen, Erwartungen und Glaubenssätze. Insbesondere wenn diese nicht realistisch sind, können sie den Stress erhöhen. Beispiele für solche stressverursachenden Glaubenssätze sind: „Ich darf keine Fehler machen!“, „Ich muss immer bei allen beliebt sein!“ oder „Ich darf niemals um Hilfe bitten!“.
INTERNE STRESSANTREIBER NEU FORMULIEREN
Die folgenden beispielhaften Glaubenssätze können als interne Anforderungen zu toxischem Stress führen:
- „Ich darf mich nur an den höchsten Ansprüchen orientieren.“
- „Ich darf keine Fehler machen, ansonsten bin ich ein*e Versager*in.“
- „Ich muss anerkannt und beliebt sein – bei allen.“
- „Bei Misserfolg bin allein ich verantwortlich.“
- „Ich darf nicht um Hilfe und Unterstützung bitten.“
- „Alles, was mit Unsicherheit und Risiko zu tun hat, ist gefährlich.“
- „Probleme sind schlimm.“
- „Andere sollten meinen Erwartungen entsprechen.“
Denken Sie über folgende Fragen nach und machen Sie sich ggf. Notizen.
Klicken Sie auf die Fragezeichen, um die Fragen zu sehen.


Was sind die positiven Aspekte dieser Antreiber?

Welche internen Stressantreiber kennen Sie bereits? Welche Glaubenssätze nutzen Sie?

Welche negativen Wirkungen haben diese internen Stressantreiber für Sie?

Was würde ich einer*einem Kolleg*in raten, die*der diesen Antreiber bei sich identifiziert hat?
Formulieren Sie nun Ihren internen Antreiber so um, dass er den positiven Aspekt ins Zentrum stellt. Anstelle von „dürfen“ oder „müssen“, nutzen Sie Verben wie „wollen“ oder „möchten“. Fragen Sie sich dabei, welcher Aspekt der Anforderung Ihnen wichtig ist und wozu. Könnte man die Anforderungen so verkleinern, dass Sie trotzdem noch zufrieden ?
Beispiel:
„Ich muss anerkannt und beliebt sein – bei allen!“
Besser: „Ich möchte, dass mich alle Kinder und Jugendliche mögen.“
Noch viel besser: „Ich möchte, dass die Kinder und Jugendlichen mich als zuverlässig erleben und sich trauen können, sich mir als pädagogischer Fachkraft anzuvertrauen.“
Schreiben Sie sich die Sätze auf! Gerne können Sie diesen Schritt der Übung auch mit jemandem zusammen durchführen.
➡️ Gehen Sie bitte zum 9. Lernabschnitt "Zeitmanagement" im Menü auf der rechten Seite.
Meine eigenen inneren Stressantreiber umzuformulieren hat mir sehr geholfen. Seitdem mache ich mir weniger Druck und gehe sorgsamer mit eigenen Zielsetzungen um. Außerdem habe ich im ersten Teil des Moduls gelernt, dass mein eigenes Selbstwertgefühl mit dem zusammenhängt, wie ich mich selbst wahrnehme und wie ich mit mir selbst kommuniziere. Diese Aspekte lassen mich meine Arbeit ausgeglichener und motivierter angehen. Ich fühle mich geschätzter. Was mir noch schwer fällt, ist all meine vielen Aufgaben zu erfüllen. Doch hierfür habe ich ein Tool zum eigenen Zeitmanagement entdeckt. Es besteht aus Reflexionsfragen.Das möchte ich in diesem letzten Schritt des Moduls gerne mit Ihnen ausprobieren.
Zeitmanagement
Zeit ist kostbar. Zeit ist Geld. Zeit ist... ja, was ist Zeit eigentlich für mich? Oft erleben wir im Alltag, dass wir uns zu viele Aufgaben in einer zu kurzen Zeit vornehmen. Oder wir merken, dass uns Zeit fehlt für wichtige Dinge: endlich das neue Buch zu lesen, die beste Freundin anrufen oder einfach mal nichts zu tun. Dies kann auf Dauer frustrierend sein und zu Stress führen. Wir haben keinen Einfluss auf die Zeit, denn der Tag hat nun einmal 24 Stunden. Was wir aber tun können, ist unsere Haltung gegenüber der Zeit zu ändern, indem wir unser Verhalten und den Umgang mit unserer Zeit analysieren. Notieren Sie sich gerne die folgenden Fragen und nehmen Sie sie mit in Ihren Arbeitsalltag. Sie müssen nicht alle Fragen sofort beantworten. Sie sollen Ihnen helfen, Ihr Zeitmanagement regelmäßig zu reflektieren.
Reflexion
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Zeitdiebe
Was sind momentan meine größten Zeitfresser und Zeitdiebe?
Wie kann ich diese möglichst reduzieren?
Prioritäten
Wie priorisiere ich meine Aufgaben?
Welche Kriterien nutze ich, um zu entscheiden, was zuerst erledigt wird?
Pausen
Wie oft nehme ich mir bewusst Pausen?
Nutze ich diese Pausen, um mich tatsächlich zu erholen?
Unerwarteten Aufgaben
Wie gehe ich mit unerwarteten Aufgaben oder Unterbrechungen um?
Habe ich Strategien, um flexibel zu bleiben, ohne meinen Zeitplan komplett durcheinander zu bringen?
Langfristige Ziele
Welche langfristigen Ziele verfolge ich und wie plane ich Zeit dafür ein?
Sind diese Ziele in meinem täglichen oder wöchentlichen Zeitplan berücksichtigt?
Den Alltag Reflektieren
Wie oft reflektiere ich über meinen Tagesablauf und passe ihn gegebenenfalls an?
Habe ich Routinen, um regelmäßig mein Zeitmanagement zu überprüfen und zu verbessern?
Wohlbefinden und Zeitmanagement
Wie beeinflusst meine aktuelle Zeiteinteilung mein Wohlbefinden und meine Gesundheit?
Gibt es Bereiche, in denen ich mich überfordert oder gestresst fühle?
Meine Aufgaben abgeben und delegieren
Welche Aufgaben kann ich delegieren oder abgeben, um mehr Zeit für Wesentliches zu haben?
Gibt es Möglichkeiten, Unterstützung zu suchen oder Aufgaben zu teilen?
Auf Morgen Verlegen
Wie gehe ich mit Prokrastination um?
Welche Techniken oder Methoden nutze ich, um "Aufschieberitis" zu überwinden?
Nein Sagen
Wie oft sage ich „Nein“ zu zusätzlichen Aufgaben oder Verpflichtungen?
Digitale Tools und Zeitmanagement
Welche Rolle spielt Technologie in meinem Zeitmanagement?
Nutze ich digitale Tools effektiv oder lenken sie mich eher ab?
Hier unsere Fragen! Sie müssen nicht alle Fragen sofort beantworten. Sie sollen Ihnen helfen, Ihr Zeitmanagement regelmäßig zu reflektieren. Zum Anzeigen der Fragen, Klicken auf die Plus- Symbole
➡️ Gehen Sie bitte zum 10. Lernabschnitt "Abschluss" im Menü auf der rechten Seite.
Ich hoffe, dass Ihnen dieses Modul helfen konnte, sich Ihrem eigenen Wohlbefinden zu widmen und Sie darin zu bestärken. Wir haben gelernt, dass wir unser eigenes Arbeitsumfeld anhand der Schutzfaktoren so beeinflussen können, dass sich dieses positiv auf unsere Gesundheit auswirken kann. Je größer die Schutzfaktoren, desto gesünder leben wir. Außerdem haben wir gelernt, dass interne Stressantreiber unsere Selbstwahrnehmung beeinflussen. Und wie wir diese inneren Antreiber so abwandeln können, dass sie uns mehr nutzen als schaden. Im letzten Schritt haben wir uns einige Fragen gestellt, die uns helfen können, unser Zeitmanagement zu reflektieren; mit dem Ziel unsere Zeit besser einzuteilen und Prokrastination zu verringern.
Vielen Dank, dass Sie sich für diese wichtigen Aspekte des eigenen Wohlbefindens Zeit genommen haben. Ihr inneres Selbst wird Ihnen am meisten danken.
Zu guter Letzt möchte ich Sie gerne noch auf das Handbuch „Fachkräftegesundheit in pädagogischen Einrichtungen fördern“ mit vielen weiteren Tools und Informationen zu dem Thema Fachkräftewohlbefinden verweisen.
Das Aufbaumodul geht es dann mit dem Thema weiter, wie wir Kinder in ihrem Wohlbefinden durch positive Glaubenssätze unterstützen können. Bis dahin alles Gute!
Bitte bestätigen Sie, dass Sie dieses Modul abgeschlossen haben:
Quellenverweise
- Goldfriedrich, M. & Hurrelmann, K. (2021) (Hrsg.). Gesundheitsdidaktik. Weinheim/Basel: Beltz
- 7-Umgang_mit_Stress_und_Belastungen_neu.pdf (mehr-teilhabe.de)
- das Rahmenkonzept „stark.stärker.Wir“ des Kultusministeriums Baden-Württemberg https://praevention.kultus-bw.de/,Lde/Startseite/stark_staerker_WIR_
- das niedersächsische Projekt „Bewegte Schule“ https://www.bewegteschule.de/
- das Landesprogramm „Bildung und Gesundheit“ NRW https://www.bug-nrw.de/
- 7-Reflexionsfragen-zum-Zeitmanagement_neu.pdf (mehr-teilhabe.de)
- 7-Umgang_mit_Stress_und_Belastungen_neu.pdf (mehr-teilhabe.de)
- Healing-Classrooms_Fachkraefte-Wohlbefinden_Zusatzheft.pdf (mehr-teilhabe.de)
