Berufliche Selbständigkeit

Der Weg in die Selbständigkeit ist für viele Menschen mit Migrations- und/oder Fluchtgeschichte eine echte Chance: Wer ein eigenes Unternehmen gründet, schafft sich nicht nur ein Einkommen, sondern gewinnt auch Eigenständigkeit, Mitgestaltungsmöglichkeiten und einen festen Platz in der Gesellschaft.

Gründen mit Migrations- und Fluchtgeschichte: ein Potenzial, das Deutschland braucht

Mehr als jede vierte selbständige Person in Deutschland hat eine Migrationsgeschichte. Ihr Anteil hat sich in zwanzig Jahren fast verdoppelt: von 13,3 % im Jahr 2005 auf 26,4 % im Jahr 2025. Bei den Unternehmer*innen stieg er sogar von 13,3 % auf 27,3 %. Während die Gesamtzahl der Selbständigen sank, wuchs die Gruppe mit Migrationsgeschichte von 532.000 auf 922.000. Ohne diesen Zuwachs wäre der Unternehmensbestand in Deutschland deutlich geschrumpft.

Für Menschen mit Fluchtgeschichte bleibt der Weg zum eigenen Unternehmen dennoch oft steinig. Hürden sind etwa aufenthaltsrechtliche Fragen, der Zugang zu Finanzierung und der Kontakt mit Behörden in einer neuen Sprache. Die Erfahrung aus der Projektarbeit des IRC zeigt: Gründung ist keine Notlösung, sondern eine Chance, für die Gründenden selbst und für die Wirtschaft. Sie bringen Erfahrung und Kompetenzen mit und gehören längst selbstverständlich zur deutschen Gründungslandschaft.

Gründerinnen, die ihren Weg gegangen sind

Diese Frauen haben den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und ihr eigenes Unternehmen aufgebaut. Hier geben sie Einblicke in ihren Alltag und ihre Erfolge.

Ihre Geschichten zeigen, wie wichtig umfassende Unterstützung ist: Neben finanzieller Hilfe brauchte es auch fachliche Begleitung, etwa durch Schulungen zum Businessplan, Beratung und Unterstützung im Umgang mit den Vorschriften vor Ort.

Genau hier setzte das Projekt OPPORTUNITY (kofinanziert von der EU) an. Es erprobte ein neues Unterstützungsmodell für Gründungen von Geflüchteten: mit Mentoring, Beratung und Schulungen, die den Fluchtkontext verstehen. So konnten sich die Gründerinnen Schritt für Schritt eine eigene, unabhängige Existenz aufbauen.

Olga kam kurz nach Beginn der russischen Großinvasion der Ukraine aus Schytomyr nach Polen. Von Beruf Buchhalterin, aus Leidenschaft Konditorin. Heute führt sie ihre eigene Patisserie in Warschau: „Torty WAWY”. Den Namen hat sie zu Ehren der Stadt gewählt, die ihr Zuflucht gegeben hat.

Nadya war eine angesehene Illustratorin in Kyjiw. Nach ihrer Ankunft in Polen musste sie bei null anfangen. Heute wächst sie dank der Unterstützung des IRC als Fotografin und Illustratorin und plant, die Geschichten anderer ukrainischer Unternehmerinnen zu dokumentieren, die wie sie ihr Leben neu aufbauen.

Snezhana führte in Schytomyr einen Brautmodensalon. Nach der Flucht vor dem Krieg hat sie ihr Geschäft in Warschau neu aufgebaut. Heute wählen Kundinnen in ihrer Boutique in einem Einkaufszentrum maßgeschneiderte Kleider, die mit persönlicher Note und einer familiären Leidenschaft für die Schneiderei gefertigt werden.

Wo können Sie anfangen oder helfen?

Sie möchten sich selbständig machen? Oder begleiten Sie Menschen auf diesem Weg und möchten sie gezielt unterstützen? Hier finden Sie die Ergebnisse unserer Projektarbeit zum Download:

Wenn Sie ein Unternehmen gründen möchten:

Wenn Sie Gründungsinteressierte beraten oder unterstützen:

Here are some examples of current project realisations

If you would like to find out more about our project work, please take a look at the website of International Rescue Committee Germany um.

Es folgen Projektvorstellungen