Allgemein, IRC Deutschland Programmarbeit

Building Mental Health Support Together: Reflexionen aus Poznań und Leipzig

Wie entstehen sichere Räume für die psychische Gesundheit junger Menschen? Die Study Visits des deutsch-polnischen Projekts Peace in Mind zeigen, wie aus gemeinsam entwickelten Ideen konkrete Ansätze werden und welche Erkenntnisse die Partner*innen aus einem Jahr Projektarbeit mitnehmen.

Peace in Mind ist ein deutsch-polnisches Kooperationsprojekt, kofinanziert von der Europäischen Union, zur Förderung der psychischen Gesundheit junger Menschen. Gemeinsam arbeiten das International Rescue Committee (IRC) Deutschland und Polen, Ośrodek Doskonalenia Nauczycieli (ODN, Lehrkräftefortbildungszentrum) Poznań sowie das Mental Health Institute in München (MHI) daran, Ansätze zur Stärkung des mentalen Wohlbefindens von Jugendlichen zu entwickeln, zu erproben und voneinander zu lernen. Ein zentraler Bestandteil des Projekts sind gegenseitige Study Visits, bei denen die Partnerorganisationen Erfahrungen austauschen und Methoden reflektieren. Die Study Visits in Poznań 2025 und Leipzig 2026 markierten dabei zwei unterschiedliche Phasen desselben gemeinsamen Prozesses.

„Wie ihr seht, haben wir verschiedene Elemente ausgewählt, die beruhigen sollen: Düfte, sanftes Licht, haptische Reize und eine insgesamt entspannte Atmosphäre,“ erzählte uns Iwona Wesołowska von ODN, die maßgeblich die Peace Corner konzipiert hat.

Während wir gemeinsam in der Peace Corner sitzen, die im ODN-Büro in Poznań eingerichtet wurde, ist diese Atmosphäre deutlich spürbar. Der Raum fühlt sich anders an als ein Klassenzimmer oder ein Besprechungsraum, er lädt zum Innehalten, Nachdenken und zum Austausch ein. Hier kamen 2025 die Projektpartner*innen aus Deutschland und Polen zusammen, um über psychisches Wohlbefinden, sichere Räume für junge Menschen und die Rolle von Schulen bei der Förderung mentaler Gesundheit zu sprechen. Ein Jahr später trafen sich die Partner*innen erneut in Leipzig. Viele der Ideen waren inzwischen in die Praxis umgesetzt worden und der Fokus verlagerte sich auf Erfahrungen, Herausforderungen, Erkenntnisse und die Frage, wie die Projektergebnisse nachhaltig verankert werden können.

Während wir gemeinsam in der Peace Corner sitzen, die im ODN-Büro in Poznań eingerichtet wurde, ist diese Atmosphäre deutlich spürbar. Der Raum fühlt sich anders an als ein Klassenzimmer oder ein Besprechungsraum, er lädt zum Innehalten, Nachdenken und zum Austausch ein. Hier kamen 2025 die Projektpartner*innen aus Deutschland und Polen zusammen, um über psychisches Wohlbefinden, sichere Räume für junge Menschen und die Rolle von Schulen bei der Förderung mentaler Gesundheit zu sprechen. Ein Jahr später trafen sich die Partner*innen erneut in Leipzig. Viele der Ideen waren inzwischen in die Praxis umgesetzt worden und der Fokus verlagerte sich auf Erfahrungen, Herausforderungen, Erkenntnisse und die Frage, wie die Projektergebnisse nachhaltig verankert werden können.

Rückblick: Poznań als Ausgangspunkt

Der Partnertreff in Poznań 2025 war in vielerlei Hinsicht ein Ausgangspunkt für das Projekt Peace in Mind. Durch die gemeinsame Arbeit mit fiktiven Personas entstand ein gemeinsames Verständnis der Lebensrealitäten von Jugendlichen. Ihre Lebenswelten, Herausforderungen und Potenziale in Deutschland und Polen wurden diskutiert. Diese Gespräche legten die Grundlage für ein gemeinsames Verständnis von Methoden, Zielen und Wirkungsansätzen im Projekt.

Während des dreitägigen Austauschs reflektierten die Partner*innen darüber, wie die psychische Gesundheit junger Menschen in unterschiedlichen Bildungskontexten gestärkt werden kann. Obwohl sich nationale Schulsysteme und Rahmenbedingungen unterscheiden, ähnelten sich viele der herausgearbeiteten Herausforderungen. Fehlende Zugehörigkeit, Leistungsdruck, Schwierigkeiten im sozialen Umfeld sowie begrenzte Möglichkeiten, sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen, gehörten zu den zentralen Themen, die die Schüler*innen belasten und nicht selten zu psychischen Störungen unter den Jugendlichen führen.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Mädchen*gruppen als geschützte Räume, in welchen junge Mädchen* Erfahrungen teilen, Resilienz entwickeln und Handlungsspielräume entdecken können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass solche Räume nicht allein durch Methoden entstehen, sondern vor allem durch Vertrauen, Verlässlichkeit, Vertraulichkeit und eine wertschätzende Atmosphäre.

Leipzig: Von der Idee zur Reflexion

Nachdem in Poznań ein gemeinsames Verständnis zu Projektprozess entwickelt worden war, nahm der Austausch in Leipzig eine andere Perspektive ein. Nach einem Jahr Projektumsetzung hatten sich die Gespräche verändert. Statt vor allem über Möglichkeiten zu sprechen, reflektierten die Partner*innen konkrete Erfahrungen aus der Praxis. Erfolge und Herausforderungen wurden ebenso offen diskutiert wie die Frage, wie nachhaltige Strukturen geschaffen werden können.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehörte die Bedeutung von Beziehungsarbeit. Vertrauen, sowohl zu Jugendlichen als auch zu Lehrkräften, Schulsozialarbeitenden und weiteren Schulmitarbeitenden, erwies sich als zentrale Voraussetzung für erfolgreiche Umsetzung der Projektaktivitäten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Vertrauen Zeit braucht und nicht durch einzelne Aktivitäten entsteht, sondern sukzessive aufgebaut werden muss.
Ein weiteres wichtiges Learning war die Notwendigkeit von Flexibilität. Schulen sind dynamische Umgebungen mit wechselnden Prioritäten, engen Zeitplänen und unterschiedlichen Bedarfen. Die Fähigkeit, Aktivitäten anzupassen und auf Veränderungen zu reagieren, erwies sich als wichtiger Erfolgsfaktor.

Auch Participation spielte eine zentrale Rolle. Im Projekt wurde sie nicht nur als Methode zur Gestaltung von Angeboten verstanden, sondern auch als Beitrag zur psychischen Gesundheit selbst. Wenn junge Menschen erleben, dass ihre Meinung gehört wird und Einfluss auf Entscheidungen hat, beispielsweise bei der aktiven Gestaltung von Mädchen*gruppen, bei der Entwicklung von Peace Corners oder bei der Auswahl von Themen, stärkt dies Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeitsgefühl.

Ausblick

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens in Leipzig war die Frage, wie die gewonnenen Erkenntnisse langfristig in Schulen und Organisationen verankert werden können. Diskutiert wurden unter anderem nachhaltige Strukturen für Lehrkräfte und Schulsozialarbeit, die Förderung von Peer-to-Peer-Angeboten, die Stärkung jugendlicher Beteiligung sowie die Weiterentwicklung der transnationalen Zusammenarbeit zwischen den Projektpartnern.

Die beiden Study Visits markieren unterschiedliche Etappen desselben Prozesses, vom gemeinsamen Erkunden neuer Ansätze in Poznań bis zur Reflexion ihrer Umsetzung in Leipzig. Sie zeigen, dass nachhaltige Veränderungen durch kontinuierliches Lernen, Zusammenarbeit und gegenseitigen Austausch entstehen.

Der gemeinsame Lernprozess ist dabei noch nicht abgeschlossen. Beim nächsten Partnertreffen im Oktober 2026 in Poznań werden die Projektpartner*innen erneut zusammenkommen, um weitere Erfahrungen auszutauschen und die neu entstandenen Peace Corners an den beteiligten Schulen zu besuchen. So wird die gemeinsame Arbeit an einer stärkeren Unterstützung der psychischen Gesundheit junger Menschen über Ländergrenzen hinweg fortgesetzt.

Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich dnen des Autors bzw. der Autoren udn spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.