Leipzig: Von der Idee zur Reflexion
Nachdem in Poznań ein gemeinsames Verständnis zu Projektprozess entwickelt worden war, nahm der Austausch in Leipzig eine andere Perspektive ein. Nach einem Jahr Projektumsetzung hatten sich die Gespräche verändert. Statt vor allem über Möglichkeiten zu sprechen, reflektierten die Partner*innen konkrete Erfahrungen aus der Praxis. Erfolge und Herausforderungen wurden ebenso offen diskutiert wie die Frage, wie nachhaltige Strukturen geschaffen werden können.
Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehörte die Bedeutung von Beziehungsarbeit. Vertrauen, sowohl zu Jugendlichen als auch zu Lehrkräften, Schulsozialarbeitenden und weiteren Schulmitarbeitenden, erwies sich als zentrale Voraussetzung für erfolgreiche Umsetzung der Projektaktivitäten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Vertrauen Zeit braucht und nicht durch einzelne Aktivitäten entsteht, sondern sukzessive aufgebaut werden muss.
Ein weiteres wichtiges Learning war die Notwendigkeit von Flexibilität. Schulen sind dynamische Umgebungen mit wechselnden Prioritäten, engen Zeitplänen und unterschiedlichen Bedarfen. Die Fähigkeit, Aktivitäten anzupassen und auf Veränderungen zu reagieren, erwies sich als wichtiger Erfolgsfaktor.
Auch Partizipation spielte eine zentrale Rolle. Im Projekt wurde sie nicht nur als Methode zur Gestaltung von Angeboten verstanden, sondern auch als Beitrag zur psychischen Gesundheit selbst. Wenn junge Menschen erleben, dass ihre Meinung gehört wird und Einfluss auf Entscheidungen hat, beispielsweise bei der aktiven Gestaltung von Mädchen*gruppen, bei der Entwicklung von Peace Corners oder bei der Auswahl von Themen, stärkt dies Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeitsgefühl.