Safeguarding bei IRC Deutschland

Warum Safeguarding? Safeguarding bezeichnet den proaktiven Ansatz von IRC Deutschland zum Schutz von Menschen, die unseren Programmen teilnehmen. Das Konzept soll insbesondere schutzbedürftige Gruppen vor jeglichem Schaden und Missbrauch schützen. Safeguarding umfasst verschiedene Maßnahmen um Risiken zu erkennen, zu minimieren und ihr Entstehen zu verhindern und die Sicherheit, das Wohlbefinden und die Selbstbestimmung für alle Beteiligten zu gewährleisten.

Wie wichtig Vorkehrungen zum Safeguarding sind, zeigen Untersuchungen von aktuellen Missbrauchsfällen. Sie belegen, dass beispielsweise in Institutionen betreute Kinder und Jugendliche einem erhöhten Risiko des Missbrauchs ausgesetzt sind, denn hier suchen potenzielle Täter*innen nicht selten gezielt den direkten Zugang zu potenziellen Opfern. Aber auch bei Erwachsenen können über Abhängigkeitsverhältnisse und Hilfskontexte Machtgefälle entstehen, die Missbrauch ermöglichen und begünstigen. Wir bei IRC Deutschland geben uns große Mühe, unsere Programme sicher zu gestalten. Dennoch kann es passieren, dass dir durch Mitarbeitende von IRC, deren Partner*innen und durch andere Teilnehmende Unrecht getan wird.

Alle Mitarbeitenden von IRC Deutschland haben diese Selbstverpflichtungen akzeptiert:

  • Safequarding Policy: Link (leider noch nicht auf Deutsch)
  • The IRC Way: Link

IRC verpflichtet seine Mitarbeitenden zur Einhaltung dieser Richtlinien. Sie gelten für alle Angestellten, Praktikant*innen, Freiwillige, Ehrenamtliche, Beratende und unabhängige Auftragnehmer, also Freelancer*innen. Darüber hinaus verpflichten sich auch Besuchende wie beispielsweise Journalist*innen, Fotograf*innen, Spender*innen und Partnerorganisationen sowie Lieferant*innen zu deren Einhaltung.

Als missbräuchliches Verhalten klassifiziert IRC Deutschland alle Formen von

  • körperlicher Misshandlung oder Bestrafung
  • emotionaler Misshandlung
  • sexuellem Missbrauch
  • Vernachlässigung
  • Herabwürdigung
  • schlechter Behandlung
  • Ausbeutung
  • Verletzung der Würde
  • Fotografie oder Videografie ohne Einverständnis
  • Ungleichbehandlung von Menschen
  • Ausnutzen von Vertraulichkeit

Falls missbräuchliches Verhalten durch Mitarbeitende von IRC, deren Partner*innen und durch andere Teilnehmende an unseren Programmen passiert, nehmen sie bitte Kontakt zu uns auf.

Es gibt auch die Möglichkeit, Ihre Meldung anonym zu tätigen. Bitte verwenden Sie hierzu das folgende Formular.
Wir bitten darum, die Meldung so konkret wie möglich zu formulieren. Eine detaillierte Schilderung hilft uns dabei, dem Verdacht nachzugehen und zeitnah Maßnahmen zu ergreifen.
Wichtiger Hinweis: Ihre Nachricht erreicht uns über dieses Formular anonym.

Wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie das im Formular angeben oder diese E-Mailadresse nutzen: meldestelle@rescue.org

Bei IRC Deutschland steht der Wille der Überlebenden von (sexualisierter) Gewalt und Missbrauch im Mittelpunkt unseres Handelns:

  • Für Teilnehmende unter 18 Jahren gilt eine Meldepflicht. Wenn Sie wissen oder auch nur vermuten, dass jemand unter 18 Jahren in einem Programm von IRC einen Übergriff erlebt hat, müssen Sie dies dem Programmverantwortlichen melden.
  • Bei Erwachsenen gehen wir anders vor. Wir überlassen denen, die Schutzverletzungen erlebt haben, selbst die Entscheidung darüber, ob sie Unterstützung erhalten möchten oder nicht. Wir drängen Erwachsene nicht, zur Polizei zu gehen oder rechtliche Schritte einzuleiten. Erwachsene Überlebende müssen sich nicht an internen Ermittlungsverfahren von IRC beteiligen.
Wie kann ich mich melden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Beschwerde bei IRC einzureichen. Melden Sie sich auch dann, wenn Sie nicht sicher sind, ob sie Opfer von missbrauchendem Verhalten geworden sind.

Telefonisch, per E-Mail oder persönlich bei IRC-Mitarbeitenden Ihres Vertrauens

  • in der Schulklasse, der Wohngruppe, im Verein, in der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz
  • im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) oder im Individualverkehr (PKW)
  • im digitalen Raum durch Cyberbullying1, Cybermobbing2, Cybergrooming3, Sexting4, Stalking auf Gaming-Plattformen, in E-Mails, Messengern und sozialen Netzwerken
  • per Handy durch SMS, Anrufe oder die Zusendung von Fotos und Videos

[1] Cyberbullying bezeichnet die Nutzung digitaler Medien zur absichtlichen Belästigung, Bedrohung oder Demütigung anderer Personen.

[2] Cybermobbing ist das systematische Schikanieren, Bedrohen oder Herabwürdigen einer Person über das Internet oder digitale Kommunikationsmittel durch eine Gruppe von Personen.

[3] Cybergrooming bezeichnet das gezielte Vorgehen eines Erwachsenen über das Internet, um eine emotionale Bindung zu einem Kind herzustellen, mit dem Ziel, sexuellen Missbrauch zu begehen.

[4] Sexting bezeichnet den Austausch von intimen Nachrichten, Fotos oder Videos, oft sexuellen Inhalts, über digitale Kommunikationsmittel wie Smartphones oder soziale Medien.