Identität

Identitätsbildung ist ein ständiger Prozess – ein Kern mit wechselnden Seiten – daher wird von Identitäten gesprochen.

Identitäten sind vielfältig, sie sind fluide und entwickeln sich kontinuierlich weiter. Jeder Mensch vereint in sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Facetten von Identität, einige auf individueller Ebene und andere auf kollektiver Ebene. Zur individuellen Ebene gehören u. A. Bedürfnisse und Kompetenzen, wohingegend die kollektive Ebene, z. B. die nationale oder die kulturelle Identität, ein Zugehörigkeitsgefühl und eine selbst- oder fremdbestimmte Identifizierung mit einer Gruppe beschreibt.

Je nach Lebenssituation, Alter und Kontext können bestimmte Ebenen der Identität in den Vordergrund treten und dafür andere in den Hintergrund rücken. Die verschiedenen Facetten der Identität müssen sich nicht gegenseitig ausschließen, sie können gleichwertig und in Kombination miteinander existieren; nicht entweder die eine oder die andere, sondern beide!

Aktivität Identitätsmolekül

Identität ist fluide, vielschichtig und abhängig von Kontext, Rollen und Erwartungen. Grundsätzlich haben Menschen einen stabilen Kern, jedoch viele wechselnde Identitäten im Alltag.

Das Identitätsmolekül ist eine Methode, um über die verschiedenen Facetten der eigenen Identität zu reflektieren. In unterschiedlichen Kontexten nehmen wir verschiedene Rollen ein, haben unterschiedliche Beziehungen und Beschreibungen unserer Person. Diese können sowohl selbst gewählt als auch von außen zugeschrieben sein.

Hier ein fiktives Beispiel:

Die Person mit dem Namen Sarah trägt nach und nach Informationen ein, wie Sie sich in einer Runde vorstellen würde z.B. bei einem Elterntreffen in Muttersprache.

In einer weiteren Runde wird Sarah gebeten sich einen anderen Kontext vorzustellen und das Molekül erneut auszufüllen: z.B. Sarah fängt eine neue Arbeit an, wie würde sie sich ihren neuen Kolleg*innen vorstellen?

Mit Blick auf die zwei Moleküle:

Was hat sich in der zweiten Runde verändert? Was ist gleich geblieben? Warum?

Welche genannten Aspekte sind selbst gewählt, welche Punkte sind eher von außen zugeschrieben? In welche wurde man hineingeboren?

Die Bildung der Identität ist u. A. stark beeinflusst durch soziale Zugehörigkeitsgefühle, Vorbilder und den Austausch mit Gleichaltrigen. Zur Bemühung, ein positives Selbstbild aufzubauen und zu erhalten, kann neben dem Formulieren von positiven Selbstzuschreibungen ebenfalls dazugehören, die eigene Gruppe im Vergleich und auf Kosten anderer Gruppen aufzuwerten.

Die daraus resultierenden Fremdzuschreibungen gegen bestimmte Gruppen und deren Mitglieder bergen die Gefahr, mit Hilfe von diskriminierendem Material Menschen auf einen kleinen Teil ihrer Identität zu reduzieren, der zudem noch negativ abgewertet wird. Die Stärkung der verschiedenen Facetten von Identität kann dabei helfen, sich gegen solche Fremdzuschreibungen abzuschirmen.

Weitere Informationen und Materialien zum Thema Identitätsbildung von Kindern und Fremdzuschreibungen werden im aktuellen Handbuch bereitgestellt.

Hier einzelne Beispiele aktueller Projektumsetzungen

Wenn Sie mehr über unsere Projektarbeit erfahren möchten, dann schauen Sie sich gerne auf der Seite von International Rescue Committee Deutschland um.