Ein sozialer Prozess, welcher dann entsteht, wenn Menschen auf engstem Raum zwangsweise eine Gemeinschaft bilden.
Ein sozialer Prozess, welcher dann entsteht, wenn Menschen auf engstem Raum zwangsweise eine Gemeinschaft bilden.
Mobbing beschreibt wiederholte, absichtliche und systematische Gewalt gegenüber einer Person über einen längeren Zeitraum hinweg. Diese Gewalt kann körperlich, verbal, digital oder auf der Beziehungsebene stattfinden. Entscheidend ist dabei immer ein Machtungleichgewicht – real oder von den Beteiligten so wahrgenommen.
Mobbing ist kein individuelles Problem, sondern ein Gruppenprozess. Es entsteht vor allem dort, wo Menschen ihre Gruppen nicht frei wählen können: in der Schule, im Sportverein, am Arbeitsplatz oder in religiösen Gemeinschaften. Besonders verletzend wird Mobbing, wenn dabei sexistische oder rassistische Zuschreibungen genutzt werden.
Mobbing kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen:
Gemeinsam ist allen Formen: Sie richten sich gezielt und wiederholt gegen eine Person – über Wochen, Monate oder sogar Jahre.
Nicht jedes Konfliktverhalten ist automatisch Mobbing. Dazu gehören:
Auch wenn in diesen Situationen manchmal eingegriffen werden sollte, handelt es sich nicht um Mobbing.
Ein guter Nährboden für Mobbing sind Gruppen, in denen Menschen zufällig zusammenkommen und die Gruppe nicht so einfach wieder verlassen können, z. B. Schulen, Arbeitseinrichtungen, Sportvereine, religiöse Communities etc. Obwohl potentiell jede Person Opfer von Mobbing werden kann, trifft es verhältnismäßig häufig Personen, die sich z. B. aufgrund von äußeren oder sprachlichen Merkmalen, ihrer Herkunft oder (vermuteter) sexueller Orientierung von der Gruppe abheben und ihr „Anderssein“, z. B. aufgrund von geringem Selbstbewusstsein, nicht etablieren und verteidigen können.
Legende zu unten abgebildeten Darstellung:
Betroffene*r: gemobbte Person, die wiederholt verbal, physisch oder rational schikaniert wird und die Situation nicht alleine lösen bzw. sihc daraus befreien kann
Täter*in: mobbende Person, die den Mobbingprozess intiert und andere dazu bringt mitzumachen
Verteidiger*in: Hilfe für die Betroffenen kommt oftmals von einer/einem Verteidiger*in, indem diese*r die Betroffenen ermutigen oder versuchen der/die Täter*in zu stoppen
Assistent*in: Se assistieren oder helfen der/dem Täter*in aktiv, indem sie beim Mobbing mitmachen oder unterstützen z.B. die/den Betroffene*n festhalten, um der gemobbten Person keine Chance zu geben sich aus der Situation zu befreien
Verstärker*in: durch z.B. anfeuern, klatschen oder lachen, vestärken die Verstärker*innen der/die Täter*in beim Mobbing
Außenstehende*r: die Außenstehendne lassen sich nicht beim Mobbing hineinziehen und halten sich stattdessen lieber fern. Dies ist oftmals die größte Gruppe in einem Mobbingsystem
Mobbing kann ernstzunehmende Folgen haben, die sich bei betroffenen Personen sowohl physisch als auch psychisch bemerkbar machen und auch langfristige Schäden verursachen können. Doch soweit muss es nicht kommen. Mobbing als Gruppenprozess zu verstehen hilft dabei, diese Dynamiken frühzeitig zu erkennen, die beteiligten Personen darin auszumachen und gemeinsam die Muster zu durchbrechen.
In unserem Handbuch sind verschiedene interaktive Übungen und konkrete Techniken zu finden, um gezielt auf Mobbing zu reagieren.
Wenn Sie mehr über unsere Projektarbeit erfahren möchten, dann schauen Sie sich gerne auf der Seite von International Rescue Committee Deutschland um.