Der Winter bietet eine Gelegenheit für Gruppenaktivitäten, bei welchen man zur Ruhe kommen und es sich gemütlich machen kann. Für viele gehört ein Filmeabend mit Kuschelsocken, Popcorn und entspanntem Licht zur Winterzeit und auch zur Selbstfürsorge dazu. Wohlbefinden kann über verschiedene Techniken ausgelöst werden, durch Bewegung, die Erfüllung körperlicher Bedürfnisse, soziale Verbundenheit oder achtsames Abschalten im Alltag.
Im Januar haben wir uns daher in der Peace in Mind Mädchen*gruppe für einen gemeinsamen Filmeabend entschieden. In Absprache mit den Teilnehmerinnen fiel die Wahl auf den Film Wicked. Die Teilnehmerinnen kannten die Geschichte bereits aus Social Media und hatten sich gewünscht, ihn zusammen zu schauen. Genau dieser Mitbestimmungsprozess ist wichtig. Wenn Jugendliche an der Auswahl beteiligt sind, stärkt das das Gefühl von Zugehörigkeit und Interesse.
Der Abend selbst war bewusst niedrigschwellig gestaltet. Mit Decken, Snacks und einer ruhigen Atmosphäre konnten die Teilnehmerinnen ankommen, entspannen und einfach gemeinsam schauen. Gleichzeitig bot der Film viele Anknüpfungspunkte für die Reflexion, die daraus entstand. Die Thematisierung von Freundschaft und Zugehörigkeit im Film sind Themen, die in der Gruppe immer wieder von den Teilnehmerinnen aufgegriffen werden. Der gemeinsame Abend war damit nicht nur ein gemütliches Angebot, sondern auch ein Ausgangspunkt für Austausch und Reflexion. Genau hier zeigt sich das besondere Potenzial von Filmen in der pädagogischen Arbeit.
Potenziale vom Einsatz von Filmen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Im pädagogischen Kontext kann durch die Auswahl der Filme beeinflusst werden, in welchem Ausmaß Unterhaltung, aber auch Orientierung dadurch geboten werden kann. Deshalb lohnt es sich, Filme nicht nur als Zeitvertreib, sondern auch als Lern- und Gesprächsanlass zu sehen.
Ein Film kann es leichter machen, einen Gesprächseinstieg zu Emotionen, sozialen Themen, Konflikten und Freundschaften bieten. Somit haben die Auswahl, das Setting des Filmeabends und die anschließenden Gesprächsimpulse großes Potenzial, um einen Beitrag zur Verbesserung der mentalen Gesundheit zu bieten.
Wie können wir Filme für Kinder und Jugendliche bewusst auswählen?
Ein erster Referenzpunkt ist die Altersfreigabe. Sie bietet Orientierung, ersetzt aber nicht die pädagogische Einschätzung der Gruppe, der Themen und der emotionalen Relevanz. Bei der Themenauswahl sollten Filme gewählt werden, die zu der pädagogischen Einschätzung der Gruppe passen und gleichzeitig Themen reflektiert darstellen. Sie können besonders stark wirken, wenn ein Lebensweltbezug zu den Jugendlichen besteht. Prägnante Reflexionsfragen im Anschluss helfen Gefühle zu benennen und das Gesehene zu verarbeiten. Für diese Reflexionsimpulse muss durch die pädagogische Fachkraft ein Safer Space geschaffen werden, in welchem Gefühle oder Gedanken geteilt werden können (aber nicht müssen), um den Austausch zwischen den Jugendlichen anzuregen.
Website- Empfehlungen für die bewusste Filmauswahl
- Kinofenster.de – Filmempfehlungen und Begleitmaterial der Bundeszentrale für politisch Bildung
- Vision Kino– Netzwerk für Film- und Medienkompetenz, mit Begleitmaterialien
- Schau Hin! – Medienratgeber für Eltern und Fachkräfte
- FLIMMO– Medienratgeber für Eltern und Fachkräfte
- Schulkinowoche– Bundesweites Angebot zur Filmbildung; ermäßigte Möglichkeit mit größeren Gruppen/ Schulklassen Kinos zu besuchen
In der Peace in Mind Mädchen*gruppe zeigte sich, dass ein gut geplanter Filmabend ein Werkzeug für emotionale Bildung, Austausch und Stärkung mentaler Gesundheit sein kann.
Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.


