Die mentale Gesundheit junger Menschen ist heute wichtiger denn je. Studien zeigen alarmierende Zahlen: 22% der Kinder und Jugendlichen zeigen psychische Auffälligkeiten¹ – deutlich mehr als vor der Pandemie. Besonders betroffen sind sozial benachteiligte Familien: Fast jedes zweite Kind aus armutsgefährdeten Haushalten leidet unter Einsamkeitserleben².
Kinder und Jugendliche benennen dabei selbst die Ursachen: Leistungsdruck, Krisenerfahrungen, Diskriminierung – und überlastete Hilfesysteme³. Junge Menschen, die von Flucht und Vertreibung betroffen sind, stellen hier außerdem eine besonders vulnerable Gruppe dar.
Zusätzlich kommt Schulen eine Schlüsselrolle zu, wenn es darum geht mentales Wohlbefinden junger Menschen zu fördern: denn hier erreichen wir alle jungen Menschen. Zusätzlich entstehen fast die Hälfte aller psychischen Störungsbilder vor der Volljährigkeit4. Doch Schulen brauchen wirksame Konzepte, wenn es darum geht, mentales Wohlbefinden zu unterstützen.
In dem Projekt Peace in Mind zeigt sich, wie wertvoll ergänzende Angebote zur Stärkung des mentalen Wohlbefindens an Schulen sind. Die Kinder und Jugendlichen der Caroline- Neuber-Schule in Leipzig erhalten Raum für Austausch, Selbstreflexion und Strategien im Umgang mit Stress und Emotionen. Durch Gesprächsangebote, kreative Methoden, Bewegung oder gemeinsame Ausflüge wird in unserer Mädchen*gruppe das Zugehörigkeitsgefühl und der selbstfürsorgliche Umgang gestärkt. An der regen Beteiligung des Schüler*innenrates bei der Gestaltung einer Peace Corner, einem emotionalen Rückzugsraum an der Schule, erkennt man deutlich den Bedarf für einen solchen Ort.
Resilienz gilt als einer der wichtigsten Schutzfaktoren für psychische Gesundheit5. Der evidenzbasierte Healing Classrooms-Ansatz bietet hier konkrete und praxiserprobte Methoden, um eine sichere Lernumgebung zu schaffen, Beziehungen zu stärken und emotionale Kompetenzen zu fördern. Dieses präventive Konzept wird auch an der Caroline-Neuber-Schule durch Workshops für die Lehrkräfte vermittelt.
Es gibt auch neue Angebote für die Jugendlichen. Beispielweise der Peer-to-Peer-Ansatz der SOS Mental Health Peers vorstellen, bei dem Jugendliche geschult werden, um andere Jugendliche bei psychischen Auffälligkeiten zu unterstützen. Ein Ansatz, der nicht nur pädagogische Fachkräfte entlasten kann, sondern auch vorhandene Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen hervorhebt.
Solche Projekte stärken die Zugehörigkeit, fördern Gespräche über Emotionen und tragen zur Resilienzförderung junger Menschen bei. Mentale Gesundheit ist keine individuelle Schwäche, sondern eine gesellschaftliche Verantwortung. Mit präventiven Konzepten, multiprofessioneller Zusammenarbeit und echter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen können Schulen zu Orten werden, die junge Menschen ganzheitlich stärken.
💡 Mentale Gesundheit geht uns alle an
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photo: IRC