Sichere (Lern-)Orte

Healing Classrooms bieten Kindern und Jugendlichen einen sicheren und vertrauten Ort, um zu lernen und die Auswirkungen von Konflikten zu bewältigen. Fünf Faktoren stehen dabei im Fokus. Auf dieser Seite erfahren Sie, was sie im Einzelnen bedeuten und einige Anregungen, wie Sie sie in der Praxis umsetzen können. Außerdem haben wir vertiefende Literatur für Sie zusammengestellt. Weitere Hintergründe und Anregungen finden Sie in unserem Handbuch.

Die Etablierung einer sicheren Lernumgebung kann durch die Förderung folgender fünf Schutzfaktoren gelingen:

Kontrollüberzeugung stärken

Durch das Gefühl von Stabilität und Verlässlichkeit fühlen sich Kinder und Jugendliche sicher und geschützt. Der Eintritt oder die Rückkehr in eine unterstützende und strukturierte Lernumgebung schafft eine Routine für Kinder und Jugendliche und vermittelt ihnen ein Gefühl der Kontrolle über ihren Tag. Diese Kontrollüberzeugung wird durch den Aufbau vorhersehbarer Bedingungen gefördert, sodass Kinder und Jugendliche wissen, was sie erwartet, und von ihnen erwartet wird. In zwei Videos sehen Sie unterschiedliche Ansätze, wie pädagogische Fachkräfte Kontrollüberzeugung bei Kindern und Jugendlichen stärken.

Zugehörigkeitsgefühl schaffen

Durch ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe, wie beispielsweise einer Klasse, fühlen Kinder und Jugendliche sich eingebunden, akzeptiert und willkommen. Das Wissen, dass ihnen ein unterstützendes Netzwerk zur Verfügung steht, steigert das Wohlbefinden und hilft Kindern und Jugendlichen, Stress zu bewältigen und wieder Vertrauen zu fassen. Wenn sich Kinder und Jugendliche mit ihrer Umgebung verbunden fühlen, verinnerlichen sie gemeinsame Werte, entwickeln ein erhöhtes Selbstwertgefühl, Respekt für sich und andere und zeigen bessere Bildungserfolge auf. Die Videos zeigen Ansätze für die Praxis, die helfen Zugehörigkeitsgefühl zu schaffen. 

Selbstwertgefühl stärken

Wenn Kinder und Jugendliche Selbstwertgefühl entwickeln, fühlen sie sich leistungsfähig und zuversichtlich. Sie sind stolz auf sich und ihre Fähigkeiten und sind sicher, ihre Ziele erreichen oder Einfluss auf Ereignisse in ihrem Leben ausüben zu können. Traumatische Erfahrungen können zu einem Verlust des Selbstvertrauens führen und dem Gefühl, auftretende Ereignisse nicht kontrollieren zu können. Erwachsene Bezugspersonen können helfen, das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Sie können darauf hinweisen, dass sie die bereits notwendigen Fähigkeiten besitzen, um Probleme zu lösen und Widrigkeiten zu bewältigen. Klicken Sie auf die Videos, um zwei Ansätze in der Praxis zu sehen, mit denen Sie gezielt das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen stärken können.

Positive Beziehungen fördern

Positive Beziehungen sind eine wesentliche Komponente des Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen. Wenn sie positive Beziehungen zu anderen Kindern und Jugendlichen sowie den pädagogischen Fachkräften aufbauen, haben sie das Gefühl, dass sie geschätzt und gehört werden und erfahren Fürsorge, Liebe, Anerkennung und emotionale Unterstützung. Sie vertiefen Vertrauen und ihr Selbstwertgefühl sowie Kommunikationsfähigkeiten. Positive Beziehungen zu Erwachsenen sind ebenfalls ein wichtiger Teil der psychosozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere wenn sie von traumatischen Erlebnissen betroffen sind oder wenn sie aufgrund von Notlagen die Beziehungen zu ihrem Umfeld und wichtigen erwachsenen Bezugspersonen verloren haben. Umso mehr kann die Beziehung zu den pädagogischen Fachkräften in diesen Fällen an Bedeutung gewinnen. Eine gesunde Beziehung zu einer Fachkraft kann Kindern und Jugendlichen helfen, wieder Vertrauen zu fassen und einige der schädlichen Auswirkungen von toxischem Stress zu mindern. Und hier geht es zu den Videos. 

positive beziehungen

Intellektuelle Anregung fördern

 

Intellektuelle Anregung wird durch Übungen, Aktivitäten und Aufgaben gefördert, die Interesse wecken und geistig stimulierend wirken. Kinder und Jugendliche erhalten dadurch die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, effektiv zu lernen und sie können durch ihren Fortschritt an Stolz und Selbstbewusstsein gewinnen. Forschungen zeigen, dass Kinder und Jugendliche, die in Konfliktgebieten leben, glauben, durch Lernen eine bessere Zukunft erreichen zu können. Lernen bedeutet für sie also eine konstruktive Nutzung ihrer Zeit, die positive Auswirkungen auf ihr Leben hat. Das Fördern des Interesses der Kinder und Jugendlichen durch ansprechende Materialien und an ihr Lernverhalten angepassten Unterricht kann verstärkt positive Emotionen auslösen. Ideen zur Förderung der intellektuellen Anregung im Unterricht erhalten Sie in diesen Videos. 

Hier einzelne Beispiele aktueller Projektumsetzungen

Wenn Sie mehr über unsere Projektarbeit erfahren möchten, dann schauen Sie sich gerne auf der Seite von International Rescue Committee Deutschland um.